Storytelling: Mysteriöse Nachrichten bei Nacht

Es war einmal auf einer weit entfernten Website … Ja, so könnte man diese märchenhafte Geschichte auch beginnen, aber zugetragen hat sie sich wesentlich unspektakulärer.

Storytelling - mit Authentizität punktenDenn es war ein ganz normaler Abend, an dem ich meinen allabendlichen Routinen nachging: Zähne putzen, Facebook, Twitter und Instagram checken. Und dann noch schnell die Snaps eines Freundes ansehen. Der muss morgen wohl nicht arbeiten, dachte ich mir und antwortete: „Prost und gute Nacht“. Dann noch schnell das Handy ans Ladegerät und ab unter die Decke. Doch plötzlich vibrierte es auf meinem Nachtisch. Warum habe ich ihm auch geantwortet?, dachte ich mir. Genervt griff ich zu meinem Smartphone.

Doch da blinkte nicht der Name meines Freundes auf dem Display auf, sondern eine vollkommen fremde Nummer. Verwirrt öffnete ich die Nachricht: Wer könnte das sein? Kein Bild, kein Name, nur ein mysteriöser Short-Link und darunter die hochtrabenden Worte: „Diese Geschichte wird dein Leben verändern.“

Gutes, altes Clickbaiting, dachte ich mir. Aber per WhatsApp? Das war schon sehr merkwürdig. Schließlich versprechen die üblichen Spam-Mails vom Prinz aus Zamunda zumindest immer großen Reichtum oder eine Erbschaft, wenn ich 2.000 Euro auf folgendes Konto überwiese. Was sollte diese Nachricht also bezwecken? War hinter dem Link ein Trojaner versteckt? Ich war neugierig, aber die Angst überwog. Doch als ich das Handy weglegen wollte, vibrierte es erneut:

„Kein Trojaner, versprochen“, stand in der Nachricht. „Wie zur Hölle …?“ Das war nur ein Gedanke gewesen. Ich hatte ihn nicht ausgesprochen. Wie war das möglich? Ich schaute mich in meinem Zimmer um, als könnte jeden Moment jemand  hinter dem Vorhang hervorspringen. Doch da war niemand. Entgegen jeder Vernunft klickte ich auf den Link …

Storytelling als Content-Marketing-Strategie

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, habe ich mein Ziel bereits erreicht: Sie mithilfe einer spannenden und – in diesem Umfeld eines Unternehmensblogs sicherlich auch – ungewöhnlichen Geschichte zum Weiterlesen zu motivieren. Diese Content-Marketing-Strategie nennt sich Storytelling. Beim Storytelling geht es darum den Leser abzuholen, ihn mit außergewöhnlichen Elementen anzusprechen und mitzureißen. Dies kann in Form von Texten, Bildern, Videos oder auch Kombinationen dieser Elemente geschehen.

Das Ziel ist dabei weniger die Generierung von klassischem Umsatz, sondern das Erschaffen einer eigenen kleinen Markenwelt mit authentischen Figuren, zu denen man Vertrauen aufbaut, mit denen man sich vielleicht sogar identifiziert. So bilden Sie zum einen einen klar definierten Markenkern und grenzen sich damit von ihren Mitbewerbern ab, zum anderen fesseln Sie die Leser und Kunden durch Ihre Geschichten langfristig an Ihr Unternehmen und Ihre Marke.

Mithilfe der authentischen Figuren können Sie für Ihr Unternehmen und Ihre Marke zudem einen Expertenstatus herausbilden und so Ihr Image stärken.

Fehler beim Geschichten erzählen

Allerdings lauern auch beim Storytelling einige Fallstricke, die ihr mühsam erbautes Kartenhaus  aus Geschichten mit nur einem Windhauch zum Einsturz bringen können.

1. Werden Sie nicht zum Märchenonkel!

Eine Erzählung im Stile von „Es war einmal“, funktioniert nur selten und ist langfristig gesehen keine gute Strategie. In unserem Fall wird die Eingangsformel als Kontrast genutzt, macht dadurch neugierig auf den Beitrag und verdeutlicht das Thema Storytelling.

2. Bleiben Sie glaubwürdig!

Ihre Geschichten sollten möglichst auch so stattgefunden haben, wie Sie sie erzählen. Lügen haben bekanntlich kurze Beine und Geschichten ohne einen wahren Kern werden von Ihren Kunden schnell durchschaut.

3. Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Dieses deutsche Sprichwort bringt es auf den Punkt. Ihre Geschichten sollten immer in Verbindung mit Ihrer Branche oder Ihrem Geschäftsfeld stehen. Nur so können Sie glaubwürdig als Experte in dem Umfeld auftreten und sich durch Ihr Spezialwissen auszeichnen. Schließlich würden Sie sich von Ihrem Bankberater auch nicht die Haare schneiden lassen.

Storytelling in die Gesamt-Strategie integrieren

Zuletzt ist es natürlich entscheidend das Storytelling passgenau in Ihre Gesamt-Strategie zu integrieren. Denn Storytelling heißt nicht, eine kurze Einzelgeschichte zu erzählen, sondern es ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der gesamten Kommunikation über alle Produkte und Leistungen hinweg. So können die Geschichten zum Beispiel an spezielle monatliche Angebote angepasst werden und diese mit aufgreifen.

Außerdem sollten Sie sich genau überlegen über welche Kanäle Ihre Geschichten wie ausgespielt werden. Hierbei hilft es zunächst eine Content-Marketing-Strategie aufzustellen und darauf aufbauend einen konkreten Redaktionsplan für das nächste Jahr zu erarbeiten, in denen die Inhalte für die unterschiedlichen Kanäle und ihre Veröffentlichung genau geplant werden.

Sie brauchen Unterstützung dabei? Dann steht Ihnen interface medien gerne zur Seite und erarbeitet mit Ihnen Ihre individuelle Content-Marketing-Strategie.

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Autor:
Jochen Meiring

Jochen Meiring hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster. Im Blog von interface medien setzt er die Kommunikationswissenschaft mit den aktuellen Entwicklungen der Kommunikationsbranche in Bezug und schafft so interessante Verbindungen zwischen Theorie und Praxis. Motivation zieht er dabei vor allem aus der Schnelllebigkeit und den ständigen Innovationen der Branche, die immer wieder etwas Neues und Interessantes bereithält. Besonders interessant für ihn ist dabei die Social-Media-Kommunikation und das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken.


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  • ifm_blog_storrytelling_640x450: Jochen Meiring

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