Datenschutz: Facebook will in Zukunft die Privatsphere besser schützen

© Gerd Altmann / PIXELIO

Das Social-Network Facebook will seinen Datenschutz in Zukunft verbessern. Nach einem bereits zwei Jahre laufenden Verfahren mit der amerikanischen Wirtschaftsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) zeigt Facebook nun endlich den Willen, seine Verfehlungen im Datenschutz zu begleichen. Das Netzwerk hat eingewilligt, sich unter die Datenschutz-Aufsicht der US-Behörde zu stellen. Nach jahrelangen Anschuldigungen reagiert das Unternehmen damit auf die Forderungen von Datenschutz-Beauftragten und verärgerten Usern. Die Vereinbarung mit der FTC sieht einige grundlegende Änderungen vor.

Ganz vorne auf der Liste steht das Anliegen der Nutzer, dass sie zu jeder Zeit ihre Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen kontrollieren können. In der Vergangenheit hatte Facebook einige Einstellungen zum Umgang mit Nutzerinformationen verändert, ohne dass die User im Vorfeld darüber informiert wurden. So geschehen im Dezember 2009, als Facebook private Informationen der Nutzer öffentlich zugänglich machte. Zukünftig sollen Änderungen dieser Art, die etwa den Umgang mit Nutzerdaten und damit auch den Datenschutz betreffen, im Vorfeld klar und für jeden User sichtbar angekündigt werden. Die Änderungen müssen anschließend ausdrücklich von den Nutzern genehmigt werden. Andernfalls darf keine Änderung der Einstellungen zum Datenschutz erfolgen. Eine weitere Regelung betrifft den Umgang mit Daten von nicht mehr aktiven Nutzern, die ihren Facebook-Account gelöscht haben. Nach dem Löschen des Accounts sollen die hochgeladenen Inhalte nach spätestens 30 Tagen niemandem mehr angezeigt werden.

Die Neuerungen zum Datenschutz sollen in einem internen Privacy-Programm von Facebook festgehalten und vorangetrieben werden. Das Unternehmen will zu diesem Zweck zwei Privacy-Officers einstellen, die die Facebook-Produkte zukünftig hinsichtlich der Wahrung der Privatsphäre der Nutzer überwachen sollen. Facebook verpflichtet sich außerdem dazu, das neu entwickelte Programm zum Datenschutz regelmäßig von externen Gutachtern überprüfen zu lassen. Diese Überprüfung soll innerhalb der nächsten 180 Tage und dann alle zwei Jahre für die nächsten 20 Jahre erfolgen.

Ob die Vereinbarung zwischen der Federal Trade Commission und Facebook in Kraft treten wird, soll bis zum 30. Dezember 2011 öffentlich diskutiert werden. In einem Blog-Posting im Facebook-Blog hat Mark Zuckerberg die Regelung bereits begrüßt. Er gab an, in Zukunft mehr Transparenz und Kontrolle rund um das Thema Datenschutz schaffen zu wollen. Die Chancen für einen Wandel stehen gut.

 

(jw)

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