Patentrechte: Google kauft Motorola-Mobilfunksparte

© Gerd Altmann / PIXELIO

Vergangene Woche ging der Kampf um die Patentrechte auf dem Mobilfunkmarkt in die nächste Runde. Google kauft Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar, umgerechnet 8,7 Milliarden Euro auf. Motorola Solution hingegen soll weiterhin selbstständig bleiben. Für Google ist es der bislang teuerste Aufkauf in der Unternehmensgeschichte. Der Suchmaschinen-Anbieter erwirbt damit mehr als 17.000 Mobilfunk-Patente von Motorola, die er im Wettbewerb mit Apple, Microsoft und Co. dringend benötigt.

Mit dem Aufkauf von Motorola will Google sein von Patentklagen bedrängtes Smartphone-Betriebssystem Android stärken. Das Betriebssystem Android brachte Google 2007 auf den Markt. Im Gegensatz zu der Software von Apple, die nur auf Apple-Produkten angeboten wird, ist Android ein offenes Betriebssystem, dass auf diversen Endgeräten genutzt werden kann. Mittlerweile ist Android das führende Smartphone-Betriebssystem und greift auch auf dem Markt der Tablet-Computer an. Inzwischen gibt es 150 Millionen Geräte mit Android und täglich werden 550.000 neue aktiviert. 39 Hersteller bieten Android-Geräte in 123 Ländern an, so Google Chef Larry Page in einer Ankündigung zur Übernahme.

Allerdings kam es in der Vergangenheit bereits zu größeren Millionenklagen um das Betriebssystem von Google. Apple, Microsoft und anderen Hersteller verklagten den Internet-Riesen auf Patentrechte in Millionenhöhe. Jetzt schlägt Google zurück. Denn der Mobilfunk-Pionier Motorola spielt zwar schon seit Jahren keine führende Rolle mehr in der Branche, verfügt über eines der umfangreichsten Patent-Arsenale. Die Patente dienen dabei größtenteils der Abschreckung, ganz nach dem Motto: Verklagst du mich, verklag ich dich.

Mit den 17.000 Motorola-Patenten hat Google nun wichtige Argumente in der Hand, die Klagen gegen Android und die Hersteller abzuschmettern. Experten kritisieren allerdings den Kampf um die Patentrechte. Anstatt sich um die Entwicklung neuer innovativer Produkte zu kümmern, verbringen viele hoch spezialisierte Ingenieure ihre Zeit damit, Patente anzumelden oder aber bereits vermarktete Produkte abzuändern, um Klagen zu entgehen.

Die Aufsichtsräte von Google und Motorola haben der Übernahme bereits zugestimmt. Allerdings muss die Übernahme zusätzlich noch von den Aufsichtsbehörden in den USA und der EU sowie durch die Aktionäre von Motorola bestätigt werden. Google hofft, die Übernahme bis Ende 2011, spätestens aber Anfang 2012 abschließen zu können.

 

(jw)

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