Fotografie als Kunstform – ein Auslaufmodell?

Apps wie Instagram machen es auch für Laien möglich Bilder zu entwerfen, die nach etwas Besonderem aussehen. Mit speziellen Farbfiltern und Vorlagen lassen sich ganz einfach verschiedenste Effekte auf den eigenen Schnappschuss zaubern. Das sonst vielleicht etwas eintönige Bild wird dadurch aufgewertet und bekommt einen speziellen Touch.

 

Doch Profifotografen halten nicht viel von solch standardisierten nachträglichen Bildbearbeitungen. Gerade die Komposition, das Licht und die Tiefe eines Bildes machen es einzigartig. Zur Fotografie gehört einiges als einfach nur ein paar Filter darüber zu legen, das Bild zurecht zu schneiden und Farbveränderungen vorzunehmen.

 

Die Profis sehen sich als Künstler und wollen die Freiheit ihres Handwerks ausleben nicht an die Standards solcher Programme gebunden sein. Gleichzeitig sind die sozialen Netzwerke aber auch eine willkommene Verbreitungsplattform für Ihre Bilder, um ihre Bekanntheit zu steigern und positives Feedback für die eigenen Kreationen zu erhalten.

 

Ebenso bedroht die überflutende Anzahl von Hobbyfotografen aber auch die Existenz der Profi-Fotografie. Hinzu kommen Online-Märkte wie Fotolia auf denen Bilder schnell und einfach gesucht und zu einem geringen Entgelt gekauft werden können. Ganz neu sind sogenannte Mikro-Jobs mit denen sich ganz einfach von unterwegs Geld verdienen lässt. Bei Scoopshot beispielsweise können Hobby-Fotografen zu einem selbst festgelegten Preis ihre Bilder hochladen. Interessiert sich nun ein Unternehmen für das Foto kann es dies zu dem festgelegten Preis erwerben. Vor allem Nachrichtendienste können davon profitieren, da sich ein Hobby-Fotograf möglicherweise direkt vor Ort befindet und so Bilder von einem Ereignis gemacht werden können, dass sonst so nicht mehr festzuhalten wäre.

 

Die Preise für professionelle Fotografie und Hobby-Fotografie sind dabei mit denen eines Feinkostladens und eines Discounters vergleichbar. Die Bilder sind qualitativ zwar etwas schlechter, aber für die meisten Zwecke eben immer noch ausreichend. So wird es für die Künstler hinter den Linsen immer schwieriger ihre Kreationen zu verkaufen und das Geschäft mit der Hobby-Fotografie wächst und wächst.

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Autor:
Jochen Meiring

Jochen Meiring hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster. Im Blog von interface medien setzt er die Kommunikationswissenschaft mit den aktuellen Entwicklungen der Kommunikationsbranche in Bezug und schafft so interessante Verbindungen zwischen Theorie und Praxis. Motivation zieht er dabei vor allem aus der Schnelllebigkeit und den ständigen Innovationen der Branche, die immer wieder etwas Neues und Interessantes bereithält. Besonders interessant für ihn ist dabei die Social-Media-Kommunikation und das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken.


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