Mit Influencer Marketing überzeugen – Bericht unseres Praktikanten

Seit nun einem Monat als Praktikant bei interface medien, habe ich mich bereits ein wenig eingelebt. Nicht nur in die Agentur, sondern auch in Münster und Deutschland ganz allgemein. Arbeiten ist für mich nichts neues, jedoch ist es das erste Mal, dass ich auf dem Gebiet arbeite, dass ich studiere. Erfahrungen mit Facebook und Co. hat meine Generation als „social media natives“ natürlich schon lange gemacht, aber diese Plattformen effektiv als Teil der Arbeit zu bezeichnen, das machen wenige. Im vergangenen Monat bestand meine Hauptaufgabe in der Agentur darin, weiterführende Recherche zum Thema Influencer Marketing zu betreiben und so das vorhandene Wissen der Agentur zu erweitern. Diese relativ unabhängige Arbeit genieße ich sehr. Es ist mehr als nur Umsetzung. Es erfordert Kreativität bei der Suche nach relevanten Beiträgen und gleichzeitig ist es angewandte Bildung in einem sehr spannenden Bereich des Marketings. Neugierig gemacht? In den vergangenen Tagen habe ich mir ein wenig Zeit genommen und einen Artikel auf dem Publizistikblog der Universität Zürich zum Thema Influencer Marketing geschrieben. Wie man bei dieser Marketing-Maßnahme am besten vorgeht, lässt sich nun auch hier nachlesen.

Von Bloggern, Meinungsführern und Trendsettern

 

Beim Influencer Marketing dreht sich alles um Blogger und Meinungsführer, Trendsetter, Fanshionistas und so weiter. Konkret; es geht darum solche zentralen Personen vom eigenen Produkt oder der Dienstleistung zu überzeugen, und durch deren Weiterempfehlung zu verbreiten und in die Welt zu tragen.Anders als beim normalen Marketing funktioniert dies aber nicht immer über monetäre Mittel. Die Meinungsführer wünschen sich Reputation und Neutralität. Sie wollen nicht dafür bezahlt werden, dass sie etwas an ihre Leser bringen, das sie selbst nicht unterstützen – respektive die Leser verärgern würde. Ihnen ist es wichtig, dass sie selbst hinter dem Produkt stehen können. So liegt die Methode für erfolgreiches Influencer Marketing nicht darin, einfach irgendwelche Blogger anzuschreiben und ihnen ein Angebot von XX zu machen. Zunächst sollte man einen passenden Blogger finden, der dem entspricht, was man als Botschaft hinaustragen möchte, der das Produkt verkörpert. Beispielsweise wäre es wenig sinnvoll einen Skate-Blogger als Hugo-Boss-like Hemden Firma anzuschreiben, denn selbst wenn er das Angebot annimmt, müsste man sich fragen „Entspricht das meinem Zielpublikum?“ Nun das mag selbstverständlich erscheinen, doch ist es trotzdem einer der meistbegangenen Fehler im Influencer Marketing. Gute Recherche und eine passende Wahl des Bloggers sind das A und O dieser Marketing-Methode!

Wie geht man dabei vor, auf was muss man achten um a) den richtigen Blogger zu finden und b) diesen Blogger von sich zu überzeugen?

 

Tabelle zu Influencer Marketing

Darstellung von Tim Hofer

 

Zunächst einmal sollte man sich klar machen, nach was man sucht. Was sind die Keywords, die das eigene Produkt beschreiben – und was sind Keywords, die einen Blog beschreiben, der die eigenen Keywords thematisiert. Dieser Rechercheprozess führt im nächsten Schritt zur Selektion eines oder mehreren passenden Blogs. Zu beachten sind unter anderem:

  • Anzahl Follower
  • Anzahl Kommentare
  • Anzahl Likes & Shares

Immanent wichtig und nicht zu vergessen sind aber nebst diesen blanken Zahlen die Relevanz (zum eigenen Thema), die Qualität und die Tonalität des Blogs.

In Phase zwei der Influencer-Strategie sollte man den Bloggern folgen und sie beobachten. Von  Interesse ist hier, was sie tun und wie sie es tun, wie oft und wie darauf reagiert wird. Die Kommentare der Follower können ein gutes Indiz dafür sein, wie aktiv und beliebt der Blogger ist und das ist im Endeffekt massgebend für ein erfolgreiches Marketing.

Wertschätzung ist dem Influencer wichtig

 

Phase drei besteht darin, selbst mit den Bloggern zu interagieren. Somit werden sie selbst auf einen aufmerksam und man gibt ihnen zu verstehen, dass man den Content den sie erstellen würdigt und schätzt. Wie beschrieben, Blogger sind nicht nur an monetären Deals interessiert. Viel mehr möchten sie, dass ihre Arbeit Wertschätzung findet und das zeigt man ihnen am besten, indem man mit ihnen kommuniziert. Nachdem man auf sich aufmerksam gemacht hat, geht es darum einen ersten Kontakt herzustellen. Hierbei sollte man sich im Klaren sein, was man dem Blogger im Gegenzug dafür, dass er das Produkt anpreist oder bewertet, gibt. Dies kann exklusives Material, Testings, Membercards oder VIP-Access, etc. sein. Dahinter steckt, dass man dem Blogger zeigt, dass man ihn als Meinungsführer erkennt und ihn von der Masse abhebt: Er ist etwas Spezielles.

Die vierte Phase behandelt die Kontaktpflege. Ein wichtiges Merkmal des Influencer Marketings ist die Langfristigkeit. Wer also an kurzfristigem Erfolg interessiert ist, fährt wahrscheinlich grundsätzlich falsch mit dieser Marketing-Methode. Sinnvolles Influencer Marketing beinhaltet, dass die Meinungsführer vom Produkt überzeugt sind und die Marke langfristig unterstützen. Um dies sicherzustellen kann man die Meinungsführer immer wieder zu Rate ziehen und sie um Verbesserungsvorschläge fragen. Dies bringt zum einen ein besseres Verständnis für den Kunden und zum anderen gibt es den Influencern das Gefühl, wirklich wichtig zu sein.

Influencer Marketing: keine neue Erfindung

 

Ambassadors von Modeunternehmen gibt es schon lange. In der modernen Zeit ist die Stellung der Blogger jedoch nicht zu unterschätzen. Man muss kein weltbekanntes Sternchen sein um enormen Einfluss auf seine Mitmenschen zu haben. Das Informationszeitalter gibt den Menschen die Möglichkeit ihre Interessen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Einige haben damit Erfolg und werden zu Meinungsführern und ihre Follower vertrauen auf ihre Empfehlungen – viel eher als auf die Werbung mit der sie täglich bombardiert werden.

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Autor:
Jochen Meiring

Jochen Meiring hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster. Im Blog von interface medien setzt er die Kommunikationswissenschaft mit den aktuellen Entwicklungen der Kommunikationsbranche in Bezug und schafft so interessante Verbindungen zwischen Theorie und Praxis. Motivation zieht er dabei vor allem aus der Schnelllebigkeit und den ständigen Innovationen der Branche, die immer wieder etwas Neues und Interessantes bereithält. Besonders interessant für ihn ist dabei die Social-Media-Kommunikation und das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken.


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