Ökoprofit-Zertifizierung für interface medien

Zwischen Umweltschutz und Teamentwicklung

Wir haben es geschafft! interface medien ist grün! Seit Anfang dieses Jahres können wir uns nach zwei Jahren Prüfungsphase endlich als Ökoprofit-Betrieb bezeichnen. Doch was bedeutet das nun für unseren Agenturalltag? Wir geben Ihnen einen Einblick!

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Was ist Ökoprofit?

Ökoprofit wurde ursprünglich im österreichischen Graz in den 1990er Jahren etabliert mit dem Ziel, das Abfallaufkommen zu reduzieren. In Deutschland wurde es im Jahr 1998 zuerst in München adaptiert und gilt heute als wichtiges Umweltvorsorge- und Wirtschaftsförderungsprogramm. Ökoprofit wird in zahlreichen europäischen Ländern angewandt. Allein in NRW wurde Ökoprofit bereits in 1.800 Betrieben durchgeführt – 103 Betriebe davon kommen aus Münster.
Hier gab es bereits die neunte Runde. Die Zertifizierung dauerte das gesamte Jahr 2015 an und fand ihren Abschluss in der Übergabe der Zertifizierungsurkunden an die neun teilnehmenden Betriebe durch den Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe.

Wie läuft eine Ökoprofit-Zertifizierung ab?

  1. Das Umweltteam
    Zuerst wird ein Umweltteam festgelegt, in unserem Fall bestehend aus Marcus, Pia und Kai. Die Aufgabe für uns war zunächst eine Inventur aller Umweltaspekte; offizielle Bezeichnung: „systematische Durchführung einer Bestandsaufnahme mittels Input-/Outputanalyse und Rechtsprüfung“. In der Praxis bedeutete das, nach alten Nebenkostenabrechnungen fahnden, Kilowattstunden addieren und dazu – ganz wichtig – eine Zweckbeziehung mit Excel eingehen.
  2. Die Ziele
    Nach diesem, relativ mühevollen Beginn haben wir uns auf konkrete Ziele geeinigt, die wir mit einer Mitarbeiterumfrage gewichtet haben, z. B. Wasserverbrauch runter, verstärkter Einsatz von LED, Gesundheitsprogramm für die Mitarbeiter, nachhaltige Beschaffung, neue Mülltrennung.
    Das Umweltteam moderiert dabei immer zwischen einzelnen Mitarbeitern, Abteilungen und der Geschäftsführung. Teilnehmende Betriebe können weitgehend eigenständig wählen, wonach ihnen der Sinn steht.Nach Umsetzung der Ziele haben wir eine betriebliche Umweltpolitik in die Firmen-Leitlinien übernommen und somit den gültigen Umweltschutz-Anspruch festgeschrieben.
  3. Workshops und Umweltberater
    Das Ökoprofit-Projekt wird natürlich nicht nur im kleinen Kreis ausgeknobelt, sondern professionell angeleitet. Dies geschieht durch einen Umweltberater, der während des Projektverlaufs ca. drei bis vier Mal im Betrieb vorbeikommt. Der Berater lenkt das Projekt und bespricht mit dem Umweltteam zusammen Ideen und Investitionen.
    Zudem kommen alle teilnehmenden Betriebe ca. alle 6 Wochen zu einem gemeinsamen Workshop mit jeweils anderem Schwerpunktthema (Wasser, Licht, Müll, etc.) zusammen. In diesen vierstündigen Treffen konnten sich die Betriebe austauschen und Erfahrungen diskutieren.
    Die Workshops fanden an wechselnden Orten statt wie der Hauptverwaltung der Provinzial, Haus Kump am Aasee, dem Stadthaus III oder dem Rieselfeldhof. Einige Unternehmen wie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband oder Agravis mit entsprechenden Raumkapazitäten luden die Teilnehmer ein. Auch eine Stippvisite bei der Restabfallbehandlungsanlage in Coerde fand statt.

Ökoprofit bei interface medien

Uns war es am Wichtigsten, unsere Kollegen mitzuziehen – danach erst stand die Formulierung von Umweltzielen an. Diese Hierarchie hat sich im Nachhinein als sinnvoll herausgestellt, denn wir haben über das ganze Zertifizierungsjahr einen hilfreichen Rückhalt in der Agentur gespürt.
Unsere Empfehlung daher auch an alle, die mit Ökoprofit durchstarten wollen: Kommunikation vor Aktionismus. Wir haben eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt („Welche Vorschläge habt ihr?“), die Ergebnisse in großer Runde besprochen, ein internes Blog eingespannt, Einzelgespräche geführt und über Zwischenstände informiert. Nicht ganz unwichtig ist es, den Kollegen auch für Ihr Verhalten in den eigenen vier Wänden etwas mitzugeben, so kann Ökoprofit seinen größten Nutzen entfalten. Die Rückmeldung war vielfältig. Die Kollegen wollten: den Stromverbrauch senken durch Einsatz von LED-Lampen, ein Gesundheits- bzw. Sportprogramm, eine konsequentere Mülltrennung, Einsparung von Wasser, eine große Küche, um zusammen die Mittagspausen zu genießen und eine nachhaltige Beschaffung. Wie genau diese Maßnahmen erreicht werden sollten, regelte unsere „Ökoprofit-Maßnahmenliste“:

Ökoprofit Maßnahmenplan

Auszug aus dem detaillierten Ökoprofit-Maßnahmenplan

Im Ergebnis haben wir Einsparungen im Rahmen von 3t Abfallreduzierung, 200 kWh Strom, 200 kg CO² und 33 m² Wasser erzielt.
Doch für uns alle viel wichtiger ist das Gesundheitsprogramm für uns Mitarbeiter. Dazu gehört die schicke neue Küche, die wir bei einem gemeinsamen Kochevent mit einer Ernährungswissenschaftlerin der FH Münster eingeweiht haben. Darüber hinaus freuen wir uns über unsere Masseurin, die uns einmal im Monat besuchen kommt, und über regelmäßige Sportevents (Golf, Klettern, Schwimmen, Squash, Jogging, Fußball).

Unsere Ökoprofit-Tipps

Dran bleiben:
Wir waren gerade zu Anfang zeitlich sehr eingespannt, alle Aufgaben zu erfüllen. Ökoprofit ist kein Selbstläufer sondern erfordert eine regelmäßige, nachdrückliche Bearbeitung. Oft geht es darum, alte Verfahrensmuster aufzubrechen und neue Abläufe durchzusetzen. Ein entsprechender Elan ist dabei sicherlich hilfreich.
Der Teamgedanke zählt:
Auch die angesprochene Kommunikation mit den Kollegen ist aufwändig, lohnt aber. Wenn man die Mitarbeiter „vergisst“ mitzunehmen, droht ein sehr beschwerliches Weiterkommen mit den neuen Plänen – was dem Umweltteam am Ende wiederum auch den Spaß an der Sache nimmt.
Eigenheim gewinnt:
Eine Erleichterung des Projekts ist es, wenn die Büroräume der Firma gehören. Als Mieter sind bestimmte, vor allem bauliche Maßnahmen nur sehr eingeschränkt möglich bzw. ist man auf eine sehr enge Abstimmung mit dem Eigentümer des Gebäudes angewiesen – was nicht immer reibungslos klappt.
Nach der Zertifizierung ist vor dem Umweltschutz:
Am Ende des Projekts, nach dem Auszeichnungsgespräch und Urkundenübergabe stellt sich reflexartig „Urlaubsstimmung“ ein. Die Weiterarbeit an den Maßnahmen, die noch nicht gänzlich fertig geworden sind gerät ins Stocken. Eine völlig normale Situation, haben wir so auch erlebt. Trotzdem ist es wichtig, nach einer kurzen Auszeit sich weitere Pläne für die „Zeit nach Ökoprofit“ zu machen und den Faden wieder aufzunehmen.
Fazit
Wir sind uns einig: Wir würden es wieder machen. Ökoprofit hat großen Spaß gemacht, ist anregend für das Miteinander im Unternehmen und sinnvoll für die Umwelt.

Unser Ökoprofit-Team: Marcus Paweletzki, Pia Neudahm und Kai Winkelmann (von links nach rechts)

Unser Ökoprofit-Team: Marcus Paweletzki, Pia Neudahm und Kai Winkelmann (von links nach rechts)

Weitere Infos:

Die Teilnehmer dieser neunten Zertifizierungsrunde waren
AGRAVIS Raiffeisen AG, Ahrens GmbH Garten- und Landschaftsbau, Broeker Fördertechnik Vertriebs-GmbH, interface medien GmbH, Kirchhoff GmbH & Co. KG, MTM Münstersche Transport-Mörtel GmbH & Co. KG, Thomas Pahls Garten- und Landschaftsbau GmbH, Verlagshaus Monsenstein + Vannerdat und Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.
Rezertifiziert haben sich
Allwetterzoo Münster, Apothekerkammer Westfalen-Lippe, DERMASENCE P & M Cosmetics GmbH Co.KG, Halle Münsterland GmbH, NOWEDA Arzneimittel AG und die Stadtwerke Münster GmbH.

https://www.muenster.de/stadt/umwelt/pdf/Oekoprofit_Broschuere_2016.pdf

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Autor:
Kai Winkelmann

Kai Winkelmann ist in der Abteilung Social- & Online-Marketing schwerpunktmäßig verantwortlich für Social Media und SEO. Er ist gelernter Industriekaufmann und hat Kommunikationswissenschaft, Politik, Wirtschaftspolitik und Soziologie studiert und kennt daher genau den Marketinganspruch der Unternehmen einerseits und die Wirklichkeit der Medien andererseits. Bei interface medien führt er seit 2008 beide Seiten erfolgreich zusammen.


Bildquellen

  • massnahmenliste: Jochen Meiring
  • IFM_6962: Jochen Meiring

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