Facebook – Netzwerk mit Schwammtendenz

© Dieter Schütz / PIXELIO

Wann immer es in letzter Zeit um die Integration eines neuen Features in dassoziale Netzwerk Facebook ging, war man in Palo Alto sichtlich bemüht, fair zu spielen.

Natürlich sei Places kein Angriff auf Foursquare oder Gowalla; im Gegenteil, man biete gar die Möglichkeit der Integration der beiden Dienste, wurde betont.

Auch die Einführung des de-facto-Following-Features  – bisher eher ein Alleinstellungsmerkmal von Twitter – erfolgte, ohne ein böses Wort über den Konkurrenten zu verlieren. Es existieren vielmehr gleich mehrere tolerierte Anwendungen, um den Twitter-Datenstrom auch auf Facebook abzubilden.

Telefonieren über das Internet ist das nächste Feature, was Facebook seinen Usern anbieten möchte. Bisher verband man damit vor allem den Dienst Skype. Und genau mit diesem hat Facebook nun angebandelt: die neue Skype-Version wirbt damit, nun auch seine Facebookfreunde anrufen mit ihnen chatten zu können. Der nächste logische Schritt wäre natürlich der, dass Facebooknutzer auch untereinander telefonieren können.

Doch wozu eigentlich sollte man dann noch Skype nutzen wollen? Warum sich im vergleichsweise kleinen und anonymen Twitteruniversum austauschen, wenn alle Freunde und Bekannten eh bei Facebook gespannt auf Updates warten? Und wieso noch gleich Geschenke bei Gowalla hinterlassen, wenn die Party längst woanders läuft?

Facebook saugt im Moment wie ein Schwamm immer mehr Ideen, Konzepte und Geschäftsmodelle beliebter Anbieter im Netz auf und nach Möglichkeit auch gleich deren Nutzerschaft. Oder nimmt – wenn das nicht klappt – zumindest möglichst viele von deren Daten mit.

Das nächste große Thema mit dem sich Facebook endgültig gegen den Online-Werberiesen Google positionieren will, ist die Suche. Die gewohnt friedvolle Sprachregelung sieht derzeit eine Kooperation mit Microsofts Suchmaschine Bingvor, wo zunächst verstärkt die Daten aus Facebook-Nutzerbewertungen – den so genannten „likes“ – mit den Suchergebnissen verknüpft werden sollen.

Vermutlich ist aber auch dies wieder nur ein erster Schritt, bis es auch hier heißen wird: Wozu eigentlich noch Bing?

Die nächste Frage würde dann Google betreffen…

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