Voice Search Marketing – Siri, sag mal: Lohnt sich das?

Voice Search MarketingWas ist Voice Search Marketing?

Voice Search Marketing bezeichnet Maßnahmen, um Unternehmen oder Marken für die Suche mit digitalen Sprachassistenten bestmöglich auffind-, darstell- oder abspielbar zu machen. Derzeit werden Sprachassistenten wie Google, Alexa, Cortana oder Siri allerdings meist nur für einfache Fragen wie: „Wie wird das Wetter morgen?“ oder „Wo finde ich das nächste Restaurant?“ genutzt. Das Ziel von Unternehmen und Marken, die Voice Search Marketing betreiben, ist es, mit ihren Inhalten die Antworten bzw. Lösungen für die jeweiligen Sprachsuchen der Nutzer zu liefern.

Aber macht es wirklich Sinn Voice Search Marketing für Websites und Online-Shops zu betreiben und diese dementsprechend zu optimieren?

Die eindeutige Antwort lautet: JA!

Was bedeutet Voice Search für SEO?

Zurzeit sollten besonders Unternehmen mit einem lokalen Bezug darauf achten, in den Suchergebnissen präsent zu sein. Denn Suchanfragen per Stimme stehen oft in Zusammenhang mit einem Ort oder einer Lokalität, wie zum Beispiel: „Wo ist das nächste italienische Restaurant?“ „Welches ist das beste Hotel in Münster?“ Eine Google My Business-Seite ist im Grunde eine Grundvoraussetzung. Hier werden Fotos, Bewertungen, Öffnungszeiten, Ort und Adresse des Unternehmens übersichtlich dargestellt und können zentral verwaltet werden. Google wiederum kann auf diese Informationen zurückgreifen und so die entsprechenden Fragen beantworten.

Durch Voice Search geht es noch mehr als jemals zuvor darum, auf der allerersten Position zu landen. Denn derzeit liefern die Sprachassistenten nur eine Antwort. Eben jene, die ganz oben steht. Oft sind es die sogenannten Featured Snippets, die die Sprachassistenten wiedergeben. Nehmen wir beispielsweise an, wir fragen: Okay Google, was ist Voice Search?

Prompt gibt Google dieses Featured Snippet von Ryte per Sprache wieder:

Achtung: Die Antwort kann sich mittlerweile wieder geändert haben, da sich das Ranking stets verändern kann.  

Alle weiteren Suchergebnisse bleiben unbeachtet und finden damit im Grunde nicht mehr statt.

Auswirkungen für Marken

In diesem Beispiel offenbart sich ein weiteres Problem: Der Klang bzw. die Aussprache von Markennamen. In diesem Fall wird Ryte (engl. Aussprache: right) anders ausgesprochen (rüte) als es das Unternehmen beabsichtigt haben dürfte. Der Markenname kann so durchaus zu einem Wettbewerbsvorteil aber auch -nachteil werden. Markennamen, die in möglichst vielen Sprachen, also auch für viele Sprachassistenzsysteme, einfach auszusprechen sind, besitzen hier eindeutig Vorteile.

Außerdem rückt das sogenannte Sonic Branding bzw. die akustische Markenführung nun wieder stärker in den Fokus. Dabei handelt es sich um Audio-Sequenzen oder gar Melodien, die ebenso eine Marke darstellen können wie Wort- und Bildkombinationen. Sie werden auch Jingles oder im Deutschen Hörmarken genannt.

Zu den bekanntesten Hörmarken gehören zum Beispiel die von…

  • Telekom
  • Intel
  • Tagesschau
  • Erdinger
  • Carglass
  • 20th Century Fox

Hörmarken sind kein sonderlich neues Feld, sie erfahren durch Voice Search aber eine neue Wertschätzung. Es ist durchaus denkbar, dass auch Suchergebnisse bzw. Antworten auf Nutzerfragen in Zukunft mit diesen Hörmarken gebrandet werden. Dazu müsste die Hörmarke lediglich als Rich Snippet hinterlegt werden und anhand von Schemata eindeutig identifizierbar sein.

Strukturierte Daten durch Schemata

In diesem Zusammenhang empfiehlt sich auch die generelle Optimierung der Website anhand bestimmter Schemata, wie sie bei schema.org genutzt werden. Diese Schemata werden im Quellcode hinterlegt, sind für den Besucher also nicht sichtbar, helfen aber der Suchmaschine, die hinterlegten Informationen zuzuordnen. So lassen sich beispielsweise Namen, Adressdaten, Telefonnummern, aber auch Beschreibungen uvm. strukturiert hinterlegen. So sind diese dann auch von Sprachassistenzsystemen auslesbar und Fragen wie: Wie lange hat Friseur X am Donnerstag geöffnet?, können problemlos beantwortet werden.

Nutzer fragen, Sie antworten!

Aufmerksamkeit im Onlinemarketing wird, wenn man Studien zur Entwicklung von Voice Search glauben mag, ein noch rareres Gut werden als es ohnehin schon ist. Der Long Tail dürfte damit eine noch entscheidendere Rolle spielen. Sich auf ein gutes Ranking für einzelne Keywords wie Vitamin A zu konzentrieren, macht hierbei nur noch wenig Sinn, da die Konkurrenz zu groß ist. Sinnvoller ist es, detailliertere Suchanfragen in den Fokus der eigenen SEO-Anstrengungen zu nehmen. Um beim Beispiel Vitamin A zu bleiben, wäre das beispielsweise: „Wie erkenne ich einen Vitamin A-Mangel?“

Insbesondere Fragen dürften im Voice Search Marketing eine gesteigerte Bedeutung zukommen, da dies zumindest zurzeit noch dem Nutzerverhalten bei Sprachassistenten entspricht.

Audible Ads

Mike Jeffs hat bei Edit.co.uk eine umfangreiche Liste mit Zitaten zur Entwicklung von Voice Search bereitgestellt. Hier zeigt sich deutlich, dass eine weitere Steigerung der Suchanfragen per Sprache zu erwarten ist. Hält diese Entwicklung an, bedeutet das jedoch auch Probleme für Suchmaschinen. Diese würden ihr eigenes Geschäftsmodell kannibalisieren, wenn die Antwort nur aus einem Ergebnis gespeist würde. Schließlich verdient Google derzeit noch an jedem Klick und kann so aus einer Suchergebnisseite oft mehrere Klicks und damit auch Mehrfacheinnahmen erzielen. Um diese Verluste auszugleichen wären Audible Ads denkbar, die ähnlich wie Radiospots über die Sprachassistenten in Wohnung oder Haus abgespielt werden, wenn jemand zuhause ist. Idealerweise werden diese dann noch personalisiert ausgespielt.

Auch auf der diesjährigen dmexco ist Voice Search eines der Trend-Themen. Wir von interface medien werden ebenfalls mit einigen Mitarbeitern in Köln vor Ort sein, um uns über die neuesten Entwicklungen und Trends zu informieren und uns mit unseren Partnern auszutauschen.