Die Zukunft des Fernsehens

Über die Zukunft des Fernsehens wird ständig und intensiv diskutiert. In jedem Jahr kommen Meldungen zu den neusten Modellen und in jedem Jahr sind sich die Hersteller einig, dass das Internetfernsehen kommen wird und die Revolution kurz bevor stünde. Dennoch blieb der große Durchbruch zumindest in diesem Bereich noch aus. Doch woran liegt das?

Zum einen liegt es daran, dass die Computerkonzerne wie Apple, Google oder Intel bislang nicht so viel Einfluss auf die Fernsehbranche nehmen konnten wie die Kabel- und Satellitenfirmen. Zum anderen könnten aber auch die Verhandlungen über Ausstrahlungsrechte zu Problemen mit den Medienkonzernen führen.

Charakter des Fernsehens

Zum anderen liegt aber es auch an der Nutzung des Fernsehens. Denn es werden zwar immer wieder Versuche unternommen das Fernsehen interaktiver zu gestalten, doch der Großteil der Zuschauer greift auf diese Funktionen nur selten zurück. Viele nutzen den Fernseher immer noch zur Entspannung und um vom Alltag abzuschalten.

„Kommt beispielsweise ein Familienmitglied gestresst von der Arbeit oder Schule, wirft die Tasche in die Ecke, sich selbst auf das Sofa und schaltet den Fernseher ein, bedeutet dies in der Semantik des Alltags nicht, „Ich will etwas im Fernsehen sehen“, sondern „Ich will nichts hören und sehen, will meine Ruhe haben.“ (Jutta Röser: Zuhause in der Mediengesellschaft)

Außerdem wird Fernsehen immer häufiger zum Parallelmedium und damit auf ein reines Hörmedium  beschränkt, ähnlich dem Radio. Das bedeutet, dass eine intensive Beschäftigung mit dem Medium nur selten gewünscht ist. Die Handhabung muss einfach bleiben. Die eigene Programmierung von Aufnahmen oder das Abrufen spezieller Filme über das Internet ist meistens schon zu kompliziert. Das Umschalten oder Durchzappen ist einfacher und damit immer noch beliebter.

Intel will das ändern

Doch Intel will das ändern. Die Entwickler planen an einer automatischen Aufzeichnung von allen Fernsehsendern für mindestens 3 Tage, sodass man ohne lästiges Programmieren jederzeit zurückspulen kann. So kann man beispielweise ein Programm, dass man am Vortag versäumt oder dessen erste halbe Stunde man verpasst hat, jederzeit noch einmal von Beginn an schauen.

Diesem Vorhaben widersprechen allerdings weitere wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen das Fernsehen auch als Organisationsmedium genutzt wird, um den Alltag zu organisieren und zu strukturieren. Demnach wäre die Aufzeichnung solcher Programme meist gar nicht vonnöten bzw. sinnvoll. Doch unabhängig davon ob sich diese Methode langfristig durchsetzt oder nicht wird die Werbung im klassischen Fernsehen sowie auch im Internet-TV wohl erhalten bleiben.

Aber was meint Ihr? Aus welchem Grund nutzt Ihr das Fernsehen und wie werdet Ihr es in Zukunft nutzen? Wird sich etwas verändern?

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Autor:
Jochen Meiring

Jochen Meiring hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster. Im Blog von interface medien setzt er die Kommunikationswissenschaft mit den aktuellen Entwicklungen der Kommunikationsbranche in Bezug und schafft so interessante Verbindungen zwischen Theorie und Praxis. Motivation zieht er dabei vor allem aus der Schnelllebigkeit und den ständigen Innovationen der Branche, die immer wieder etwas Neues und Interessantes bereithält. Besonders interessant für ihn ist dabei die Social-Media-Kommunikation und das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken.


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