PRISM – abgefangen, aufgezeichnet, ausgewertet

Irgendwie hat doch jeder geahnt, dass unser Tun im Netz überwacht wird – unsere Posts, Tweets, persönlichen Fotos und Mails, unsere Chats und Videogespräche bei Skype – all das und mehr wird abgefangen, aufgezeichnet und ausgewertet. Seit der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, Edward Snowden, vor einigen Wochen mit den Machenschaften von PRISM an die Öffentlichkeit ging – ist auch in Deutschland die Debatte um den Schutz persönlicher Daten neu entfacht. Der vorrangige Grund für die Überwachung durch PRISM, so heißt es offiziell, sei die „Terrorbekämpfung“. Was noch so alles mit unseren privaten Daten passiert, wissen wir bislang nicht. Was ist PRISM, wer ist die NSA und: Kann man sich gegen die Überwachung durch PRISM schützen?

Was ist PRISM?

PRISM ist ein Programm zur Überwachung und Auswertung elektronischer Medien und elektronisch gespeicherter Daten. Vor sieben Jahren wurde PRISM erstmalig eingesetzt und „wacht“ seither über die elektronische Kommunikation weltweit. In Deutschland übrigens ebenso intensiv, wie im Irak. Wie sich nun kürzlich herausstellte arbeitet PRISM dabei mit neun der größten Internetkonzerne und Dienste der USA zusammen – und hat somit Zugang zu einer riesigen Menge an Daten. Initiiert wurde PRISM durch die NSA, die National Security Agency.

Wer ist die NSA?

Die NSA ist ein us-amerikanischer Geheimdienst. Finanziell und technisch bestens ausgestattet, überwacht die NSA weltweit die Kommunikation und arbeitet mit Geheimdiensten befreundeter Länder eng zusammen. Dass die NSA existiert, wurde über einen langen Zeitraum hinweg geheim gehalten. Trotz des NSA Whistlblowers Edward Snowden, ist über die NSA, dessen Führung ausschließlich aus Mitarbeitern des Militärs besteht, wenig bekannt.

Kann man sich gegen die Überwachung durch PRISM schützen?

Datenschutz

Wie sich herausstellte, arbeitet die NSA mit den größten Internetorganisationen und Diensten der USA zusammen: Microsoft (mit Skype), Google (mit YouTube), Facebook, Yahoo!, Apple, AOL, Paltalk. Einige dieser Unternehmen dementierten, dass sie PRISM direkten Zugang auf die persönlichen Daten ihrer Nutzer eröffnet haben. Höchstens auf Anfrage, so hieß es – Gewissheit ist schwer zu bekommen. Nutzt man die Dienste dieser Anbieter, so ist es fast unmöglich, sich der Überwachung zu entziehen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, muss seine Daten verschlüsseln. Mit Programmen, wie Open-PGP lassen sich Emails versperren; in Dropbox oder anderen online Speicherdiensten abgelegte Dateien können mittels einem zusätzlichen Verschlüsselungsprogramm, wie BoxCryptor, gesichert werden; auch um unerkannt im Netz zu surfen und für anonymes Chatten gibt es Lösungen.

PRISM als Chance für mehr Datensicherheit

Was mit dem Überwachungsskandal ins Rollen gebracht wurde, könnte sich auch als Chance für Deutschland und andere Länder erweisen, etwa indem die EU-Datenschutzverordnung neu überarbeitet wird. Bis dahin: Augen auf im Netzverkehr!

Bild: IntelFreePress (CC BY 2.0) / ElectronicFrontierFoundation (CC BY 2.0) – Flickr.com

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Autor:
Jochen Meiring

Jochen Meiring hat einen Masterabschluss in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster. Im Blog von interface medien setzt er die Kommunikationswissenschaft mit den aktuellen Entwicklungen der Kommunikationsbranche in Bezug und schafft so interessante Verbindungen zwischen Theorie und Praxis. Motivation zieht er dabei vor allem aus der Schnelllebigkeit und den ständigen Innovationen der Branche, die immer wieder etwas Neues und Interessantes bereithält. Besonders interessant für ihn ist dabei die Social-Media-Kommunikation und das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken.


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