Google: Dritte Digitalwelt

Manchmal kommt man sich hier in Deutschland schon so vor, als wenn man – digital betrachtet – in einer (nichts gegen Bananenrepubliken-) Bananenrepublik leben würde.

Google installiert uns kostenlos Streetview und keiner sagt ‚Danke‘ – im Gegenteil: Das Geschrei ist groß, Leute haben Angst um den Schutz von persönlichen Daten und ihre verfassungsmäßig zugesicherte Privatsphäre.

Mit ein bisschen Distanz stellt man allerdings leicht fest, dass die meisten nur vorgekaute Phrasen wiedergeben und eine fachliche Auseinandersetzung mit der Einführung des neuen Google-Tools ausbleibt. Schlimm ist nur, dass die Vorkauer nicht selten demokratisch gewählte Volksvertreter im deutschen Bundestag sind – fundierten Wissens allerdings weitgehend unverdächtig. Purer Aktionismus – so macht es den Anschein – sieht nach außen immer besser aus, als eine fachliche Diskussion anzustrengen mit der möglichen Konsequenz, dass Wahrheiten herauskommen, die mit dem Verständnis einer großen potentiellen Wählerschaft nicht kongruent sind.

Nun hat sich Google natürlich auch verhalten wie ein Elefant im Porzellanladen und mit der heimlichen Abfrage von W-Lan-Netzen einen Bärendienst erwiesen. Mitleid kann dem umtriebigen Suchmaschinenbetreiber also auch nur in Maßen entgegengebracht werden.

Aber wir würden uns schon freuen, wenn Streetview in Deutschland schnell und flächendeckend eingeführt werden würde. Bis dahin dauert es ja wohl noch ein bißchen. Erstmal sind ja jetzt die Einspruchsfristen verlängert worden. Damit alles seine Ordnung hat.

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